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Lage und Landschaft

Geographisch gesehen bildet Nicaragua einen Teil der schmalen Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika. Es liegt zwischen 10°45' und 15°6' nördlicher Breite und grenzt im Norden an Honduras und im Süden an Costa Rica. Mit ca. 130.000 km2 Fläche ist Nicaragua der grösste der zentralamerikanischen Kleinstaaten. Das Land gliedert sich von Westen nach Osten in drei grosse Regionen: die Pazifikregion, das zentrale Bergland und die karibische oder Atlantikregion.

Landkarte Mittelamerika
  (Landkarte Mittelamerika)

Die Pazifikregion erstreckt sich von der Küste bis zu den beiden grossen Seen (Nicaragua- und Managua-See). Hier ist der Boden am fruchtbarsten und hier finden sich die wichtigsten Städte des Landes. Landschaftsprägend sind die 25 Vulkane, die sich entlang der Küste des Golfes von Fonseca im Norden bis zur Vulkaninsel Ometepe im Nicaragua-See hinziehen. Das Gebiet gilt als sehr erdbebengefährdet.

Das zentrale Bergland, das sich in fünf Gebirgsketten unterteilt, durchschneidet das Land von Norden nach Süden. Die Montañas de Colón verlaufen in Ost-West-Richtung und bilden einen Teil der Grenze zu Honduras. Südlich in paralleler Richtung verläuft die Cordillera Isabelia, die sich bis auf ca. 1.800 m erhebt. Hier liegt das Hauptanbaugebiet für Kaffee.

Die Atlantikregion schliesst sich an das Hochland an. Das relativ flache Gebiet ist weitgehend mit Dschungel bedeckt, im Norden liegt die Misquito-Savanne mit Pinienwäldern. Hier sind Flüsse oft die einzigen Verkehrswege. Diese zahlreichen Ríos prägen den Küstensaum des Atlantiks.
Nicaragua hat zwei grosse Süsswasserseen, den Lago Xolotlán (Managua-See) und den Lago Cocibolca (Nicaragua-See). Der Managua-See ist ca. 1.035 km2 gross und durch die Abwässer der Millionenstadt Managua biologisch so gut wie tot. Der Nicaragua-See ist mit 8.157 km2 Oberfläche 16mal so gross wie der Bodensee und der grösste Binnensee Zentralamerikas. Hier leben - einzigartig auf der Welt - Süsswasserhaie. In der Pazifikregion gibt es ausserdem zahlreiche Seen vulkanischen Ursprungs.

Der längste Fluss ist mit 780 km der Río Coco, der in den Atlantik mündet und die Grenze zu Honduras bildet. Der Río Grande de Matagalpa entspringt in den Bergen von Jinotega und Matagalpa und erreicht nach 450 km den Atlantik.

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